Zukunftweisender Umbau begonnen

Das Heizkraftwerk investiert rund 2,3 Millionen Euro für ein besseres Klima in Pforzheim

Am Standort Pforzheim wird einmal mehr aktive Umweltpolitik betrieben. Durch das Zuführen von "energiereichen Ersatzbrennstoffe verzichten wir jährlich auf den Einsatz von 17.500 Tonnen Kohle und ersparen der Umwelt damit Tausende von Tonnen Kohlendioxid", so Erster Bürgermeister Roger Heidt bei der Grundsteinlegung für die Silos.

"Für den Einsatz der Ersatzbrennstoffe haben wir ein Qualitätssicherungs- und Qualitätsüberwachungskonzept eingerichtet, mit dem wir uns sehen lassen können", so der Geschäftsführer des Heizkraftwerkes Pforzheim Martin Seitz. Er schätzt, dass bereits zum Herbst diesen Jahres Ersatzbrennstoffe zugeführt werden können. Erster Bürgermeister Heidt lobte bei der Grundsteinlegung "die hervorragende Vorarbeit des Aufsichtsrates der HKW GmbH, der immer auf den Standort und das Thema Ökologie gesetzt hat". Das Regierungspräsidium hat den vorzeitigen Baubeginn erteilt, mit der Erteilung des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsbescheids wird noch im Mai gerechnet.

Investition in die Umwelt und in die Zukunft

Ein gutes Stück Arbeit liegt hinter den Beteiligten, aber der lange und intensive Weg hat sich mehr als gelohnt. Die zuletzt erzielten Verbesserungen im Rahmen des Erörterungstermins vor dem Regierungspräsidium Karlsruhe haben deutlich gemacht, dass es primär um eine Investition in die Umwelt und in die Zukunft geht. So werden mit dem Verfeuern der Ersatzbrennstoffe Kohlendioxid-Einsparungen größten Ausmaßes erreicht. Zudem erhöht sich die Wirtschaftlichkeit des Heizkraftwerks und auch für die Bürgerinnen und Bürger lohnt sich der Einsatz von Ersatzbrennstoffen: "Es werden Grenzwerte und Kontrollsysteme an die Ersatzbrennstoffe gelegt, die weit über die gesetzlich geforderten Grenzwerte hinausreichen", so HKW-Aufsichtsratsvorsitzender Roger Heidt. So bleibe man freiwillig deutlich unter der gesetzlich vorgeschriebenen Staubbelastung von 20 Milligramm pro Kubikmeter und garantiere zehn Milligramm pro Kubikmeter.

Das Heizkraftwerk Pforzheim unterschreitet freiwillig die gesetzlichen Grenzwerte bei den Schwermetallen wie Quecksilber, Cadmium oder Thallium. Zusätzlich wird garantiert, dass erst wenn der Kessel bis auf 850 Grad Wärme angefeuert ist, Ersatzbrennstoffe zugegeben werden. Zur Entlastung der Innenstadt- und Nordstadtverkehre "haben wir mit unseren Lieferanten eine Ab- und Anfahrt der LKW über die BAB-Anschlussstelle Ost sichergestellt", so Martin Seitz. Das veringert das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt zusätzlich.

Ersatzbrennstoffe werden kontrolliert

Die anzufahrenden Ersatzbrennstoffe werden täglich mehrfach kontrolliert, "wir werden eine Probenahme bei jeder LKW-Anlieferung machen", so Martin Seitz. Über diese Ergebnisse will er regelmäßig das Regierungspräsidium informieren, "bei Auffälligkeit droht den Lieferanten der Platzverweis", macht Seitz deutlich.

Ersatzbrennstoffe sind zum großen Teil CO2-neutrale Brennstoffe und werden aus heizwertreichen Reststoffen der Produktion und dem privaten Bereich gewonnen. Ersatzbrennstoffe werden in speziellen Aufbereitungsanlagen hergestellt. Qualitätssicherungssysteme - und hier insbesondere das Pforzheimer System - und zertifizierte Gutachter und Labore garantieren eine gleichbleibend optimale Zusammensetzung und Güte. "Wir werden es uns in Zukunft nicht mehr leisten können, Energieträger einfach wegzuschmeißen, deshalb nutzen wir nach einer aufwendigen Aufbereitung die energiereichen Anteile aus Abfällen", so Seitz weiter. Bereits im Herbst dieses Jahres werden nach den Baumaßnahmen die technischen Voraussetzungen dafür bestehen, mit der Mitverbrennung von Ersatzbrennstoffen zu beginnen. Zum Wohl der Umwelt, der Bürger und einer auch zukünftigen wirtschaftlichen Fernwärmeerzeugung für die Stadt Pforzheim.

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Zukunft Ersatzbrennstoffe
Moderne Aufbereitung im ZAK Kahlenberg 356kb

Quelle: Pforzheimer Zeitung, 01.08.2008

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