Biomasseblock
Power aus der Biomasse
Mit einem Grundsatzbeschluss und der Planungsvergabe hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft am 24.01.2002 die Weichen für die Errichtung eines Biomasse-Heizkraftwerks am Standort Hohwiesenweg gestellt. Der Beschluss wurde von allen Gesellschaftern getragen.
Mit der Verfeuerung von Biomasse kann für 20 Jahre die gesetzliche Förderung gemäß Erneuerbare- Energien-Gesetz und mit dem resultierenden Überschuss das gesamte HKW wirtschaftlich betrieben werden.
Die ökologisch vorbildliche Erzeugung von Strom und Fernwärme als Koppelprodukt wird bei der neuen Anlage fortgeführt, der darüber hinaus künftig als Ersatzanlage für die bestehenden älteren Anlagen eine gravierende Bedeutung zukommt.
- Daten
- Die Vorteile
- Brennstoff und Qualitätssicherung
- Die regenerative Biomasse
- Die Anlage
- Die Rauchgasreinigungsanlage
Daten
Brennstoff: Altholz
Geschlossene Brennstofflagerung: für 3 - 4 Tage
Jährlicher Brennstoffeinsatz: ca. 105.000 Tonnen
Stündlicher Brennstoffverbrauch: rd. 12 Tonnen
Feuerung: Wanderrost mit Wurfbeschickung
Feuerungswärmeleistung: 45 MW
Dampfleistung: 52,7 t/h
Heißdampfdruck: 62 bar
Heißdampftemperatur: 450 °C
Rauchgasreinigung: Gewebefilter mit Kalkhydrat-Koks-Dosierung
Elektrische Leistung: 13,3 MW
Elektrischer Wirkungsgrad: 30%
Jahresstromerzeugung: bis 105.000 MWh
Fernwärmeleistung: 25,0 MW
Jahreswärmeerzeugung: bis 120.000 MWh
Baubeginn: August 2003
Inbetriebnahme: Dezember 2004
Gesamtinvestition: ca. 37 Mio. Euro
Die Vorteile
- Einsatz von nachwachsenden Biomassen als Brennstoff
- Schonung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl, Erdgas
- CO2-neutrale Strom- und Wärmeerzeugung
- Optimale Ausnutzung der Biomasse durch hohenBrennstoffnutzungsgrad
- Keine höhere Umweltbelastung am Standort
- Einsatz modernster Technik
- Sicherung der Arbeitsplätze
- Langfristiger Erhalt des Erzeugungsstandortes Pforzheim
Brennstoff und Qualitätssicherung
Der jährliche Holzbedarf beläuft sich auf ca. 105.000 Tonnen.
Es werden Althölzer, die als Biomasse im Sinne der Biomasseverordnung anerkannt sind, eingesetzt. Dies sind naturbelassene oder nur mechanisch behandelte Althölzer (A I), behandelte Althölzer ohne halogenorganische Verbindungen und ohne Holzschutzmittel (A II) und behandelte Althölzer mit halogenorganischen Verbindungen ohne Holzschutzmittel (A III). Mit Holzschutzmitteln behandelte Althölzer (A IV) sind auf einen Anteil vom maximal 5% begrenzt.
Die Einhaltung der vorgegebenen Brennstoffqualitäten wird über ein mehrstufiges Qualitätssicherungssystem sowohl beim Holzlieferanten als auch im HKW laufend überwacht. Die Lieferung von Altholz erfolgt ausschließlich durch zertifizierte Altholzaufbereiter. Durch ein zertifiziertes und unabhängiges Institut wird die vertraglich vereinbarte Holzqualität regelmäßig kontrolliert.
Die regenerative Biomasse
Nicht nur der ökonomische, auch der ökologische Aspekt beim Einsatz von Biomasse überzeugt. Der regenerative Brennstoff Holz ist CO2-neutral, d.h. bei der Verbrennung wird nur diejenige Menge CO2 an die Umwelt abgegeben, die ihr in den Wachstumsjahren des Holzes entnommen wurde. Der Verbrauch an fossilen, nicht regenerierbaren Energieträgern wird zurückgeführt.
Mit dem Einsatz von Biomasse, für den das Erneuerbare-Energien-Gesetz die ökonomischen Rahmenbedingungen schafft, erhöht sich der Anteil von regenerativen Energieträgern bei der Strom- und Wärmeerzeugung. Damit leistet auch das HKW Pforzheim einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Umwelt und Klima belastenden Treibhausgasemissionen.

Die Anlage
Der Brennstoff wird mittels LKW angeliefert und in der geschlossenen Anlieferungshalle in die Abwurfzone entladen. Von dort wird der Brennstoff mit einem Kran im Brennstoffbunker zwischengelagert bzw. auf die Fördereinrichtungen zur Versorgung der Kesselanlage aufgegeben.
Der Brennstoffbunker hat ein Fassungsvermögen von etwa 4.800 m3, was bei einem Verbrauch von 45 m3 Biomasse pro Stunde einer Betriebszeit von etwa 4 Tagen entspricht.
Der Brennstoff wird über eine Wurfbeschickung in den Feuerraum der Kesselanlage eingebracht und in der Schwebe bzw. auf dem Wanderrost verbrannt. Der erzeugte Heißdampf wird zu einer Dampfturbine mit geregelter Dampfentnahme geleitet, wo elektrische Energie und Fernwärme erzeugt werden.
Der entspannte Dampf wird nach der Dampfturbine in einem Rückkühlsystem, welches aus einem parallel geschalteten Luftkondensator und einem flusswassergekühlten Kondensator besteht, kondensiert und zur Kesselanlage zurückgeführt.
Die Rauchgasreinigungsanlage
Durch das eingesetzte Rauchgasreinigungsverfahren werden die strengen gesetzlichen Emissionsgrenzwerte deutlich unterschritten. Die Rauchgasreinigungsanlage besteht im Wesentlichen aus den folgenden Komponenten:
Entstickungsanlage (im Kessel integriert)
Die Entstickungsanlage dient dem Abscheiden der Stickoxide aus den Rauchgasen der Kesselfeuerung. Hierzu wird im Kessel eine Harnstofflösung eingedüst. Dabei entstehen die unschädlichen Reaktionsprodukte Stickstoff und Wasserdampf.
Vorabscheider
In zwei Abscheidezyklonen werden die im Rauchgas enthaltenen Flugaschen und Stäube abgeschieden, in einem Aschesilo zwischengelagert und anschließend der Verwertung zugeführt.
Mischreaktor
Im Mischreaktor wird den vorgereinigten Rauchgasen aus einem Silo eine Mischung aus Kalkhydrat und Herdofenkoks (Sorptionsmittel) zugeführt und damit vermischt. Die bis hier im Rauchgas verbliebenen Schadstoffe werden an dieses Sorptionsmittel gebunden und zum Gewebefilter geführt.
Gewebefilter
Auf den Filterschläuchen des Gewebefilters erfolgt die vollständige Abscheidung der noch verbliebenen Feinstäube sowie der an das Sorptionsmittel gebundenen Schadstoffe. Dieses Restprodukt wird in einem Reststoffsilo zwischengelagert und anschließend einer Verwertung zugeführt. Zur Erhöhung der Anlageneffizienz wird ein Teil dieses Reststoffes über den Mischreaktor rezirkuliert.
Schornstein
Die Ableitung der gereinigten Abgase erfolgt über den bestehenden 100 m hohen Schornstein.


Schema